Die Entwicklung der Red Holstein
Der Rotfaktor geht in der Holsteinrasse bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die ersten roten Nachkommen kamen bei den Importen aus Holland zum Vorschein. Diese Kälber waren minderwertig und wurden meist getötet. Stiere, die rote Kälber produzierten, wurden aus der Zucht ausgeschlossen.

Das Einkreuzen von Tieren war schon in den früheren Jahren ein Thema. Jedoch war man der Auffassung, dass man in der Schweiz genügend Zuchtmaterial zum weiterzüchten hatte.
Als 1967 die Rassenförderungsgrenze aufgehoben wurde, begannen die ersten Kreuzungsversuche mit Masttieren. Kurz darauf wurde ein Feldversuch gestartet, um abzuklären, ob sich die Red Holstein Rasse als Kreuzungspartner zum Simmentaler eignen würde. Die ersten Resultate entsprachen den Erwartungen. Im Jahr 1972 waren es bereits 4'000 Herdebuchzüchter, die sich um einen Kreuzungsvertrag bewarben. Die ersten Töchter aus diesen Einkreuzungen wiesen eine deutlich bessere Milchleistung auf. Nachteilig fiel nur das etwas geringere Schlachtgewicht auf. Als positive Nebenerscheinung ging die Zahl der Schwergeburten stark zurück.
Was mit der Zeit grössere Probleme bereitete, war die Eutergesundheit der gekreuzten Tiere. Daraufhin führte man eine Vergleichsuntersuchung durch. Die im Labor untersuchten Milchproben zeigten immer höhere Zellzahlbefunde auf. Bei den Kreuzungstieren zeigte sich eine stärkere Verbreitung von veränderten Milchdrüsen. Im Verlaufe des Jahres, in der die Vergleichsuntersuchung durchgeführt wurde, hatte sich auch die Eutergesundheit der Simmentaler verschlechtert.
Mit der Freigabe des Blutanteils 1981 wurde es allmählich jedem Züchter möglich, sein eigenes, betriebsspezifisches Tier in rot oder schwarz zu züchten. Die Merkmale der Red Holstein Tiere sind Frühreife, hohe Milchleistungen, gute Inhaltsstoffe, die schönen Euter- und Exterieureigenschaften.
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